Beim Vegetationsbrand entscheidet sich vieles, bevor der Melder geht: Wo kommt im Wald Löschwasser her, wie lang wird die Förderstrecke, welche Wege sind befahrbar, und wohin geht man, wenn das Feuer dreht. Das lässt sich in Ruhe vorbereiten – und genau dafür ist dieses Werkzeug gedacht.
Die Vorbereitung auf den Vegetationsbrand beginnt mit einem Punkt im Wald. Von dort sucht sie im Umkreis die Entnahmestellen zusammen, die es in den offenen Daten gibt: Hydranten, Löschwasserbehälter, Teiche, Bäche und Seen. Für jede rechnet sie die Förderstrecke bis zur gewählten Stelle durch – Länge, Höhenunterschied, Zahl der Verstärkerpumpen.
Sortiert nach Aufwand, nicht nach Entfernung
Das ist der Unterschied, auf den es ankommt. Die nächstgelegene Entnahmestelle ist nicht die beste, wenn dazwischen achtzig Höhenmeter liegen und der Weg nicht befahrbar ist. Die Liste steht deshalb nach dem Aufwand sortiert: Was ist mit den vorhandenen Fahrzeugen in vertretbarer Zeit aufzubauen? Ein Bach in vierhundert Metern kann aufwendiger sein als ein Hydrant in achthundert.
Bei Gewässern zählt das Ufer, nicht der Mittelpunkt. Wer bei einem langgestreckten See den Schwerpunkt misst, bekommt eine Strecke, die niemand legt.
Zufahrt gehört zur Entnahmestelle
Eine Saugstelle, die man nicht anfahren kann, ist keine. Das Werkzeug zeigt deshalb Wege mit ihrer Breite und ihrem Belag, dazu Schranken und Rettungspunkte im Umkreis. Rettungspunkte sind die Stellen, an denen der Rettungsdienst zuverlässig hinfindet – im Wald ist das keine Nebensache.
Wind und Hang ergeben die Ausbreitung
Die Windrichtung wird alle zehn Minuten nachgeholt und ergibt zusammen mit der Hangneigung aus dem Geländemodell die Ausbreitungsrichtung. Dreht der Wind, sagt es das Werkzeug. Aus Bewuchs, Hang und Wind schätzt es außerdem, wie lange das Feuer bis zu jedem Weg und jedem Sicherheitspunkt braucht.
Diese Zahlen sind Schätzwerte, und das steht auch so dabei
Für Ausbreitungsgeschwindigkeiten in Vegetationsbränden gibt es keine deutsche Vorschrift. Belegt sind die 30/30/30-Regel als Warnschwelle und die Faustregel, dass sich die Geschwindigkeit je zehn Grad Hangneigung etwa verdoppelt. Alles Weitere stammt aus ausländischen Modellen. Das Werkzeug weist die Werte deshalb als ungeprüft aus und nennt die Quelle – wer damit führt, prüft vor Ort nach.
LACES steht auf der Karte, nicht im Kopf
Ankerpunkt, Rettungsweg, Sicherheitszone und Triggerpunkt lassen sich direkt einzeichnen. Der Ankerpunkt ist die Stelle, von der aus sicher aufgebaut wird – meist eine befestigte Kante, an der das Feuer nicht vorbeikommt. Der Triggerpunkt ist die Marke, bei deren Erreichen zurückgezogen wird, ohne Rückfrage.
Zu jedem dieser Punkte steht, wie viel Vorsprung bleibt. Aber Vorsicht bei der Auslegung:
Der Vorsprung in Minuten bemisst die Sicherheitszone nicht
Der Deutsche Feuerwehrverband weist ausdrücklich darauf hin, dass sich die Größe einer Sicherheitszone nach der Strahlungswärme richtet und nicht danach, wie viele Minuten das Feuer noch braucht. Eine Zone, die groß genug für die Zeit ist, kann für die Hitze zu klein sein. Die Minutenangabe sagt, wann man losgehen muss – nicht, wohin.
Was auf dem Blatt landet
- Karte im Querformat auf einer eigenen Seite, in Druckauflösung gerechnet, mit den taktischen Zeichen nach der Fachempfehlung @fire FE-07-25.
- Entnahmestellen mit Förderstrecke – Länge, Höhe, Pumpen, Aufwand.
- Wege, Schranken und Rettungspunkte mit Koordinaten zum Absetzen über Funk.
- Wetterstand mit Uhrzeit, damit später nachvollziehbar ist, worauf sich die Planung stützte.
Grundkarte umschaltbar
Neben OpenStreetMap steht basemap.de zur Verfügung, wahlweise farbig oder grau. Die graue Variante ist die bessere, wenn auf dem Ausdruck von Hand nachgetragen wird – die Zeichen heben sich ab, statt in der Geländefarbe unterzugehen.
Ein Hilfsmittel, keine Lagefeststellung
Alle Angaben stammen aus offenen Daten oder sind gerechnet. Ein Hydrant, den die Gemeinde stillgelegt hat, steht in OpenStreetMap unter Umständen weiter. Ein Weg, der auf der Karte befahrbar aussieht, kann seit dem letzten Sturm gesperrt sein. Das Werkzeug sagt deshalb beim ersten Öffnen, was es ist – und was es nicht ist. Wer damit vorbereitet, fährt die Punkte einmal ab. Danach ist die Unterlage belastbar.
Den eigenen Wald vorbereiten
Stelle im Wald wählen, Entnahmestellen und Wege abrufen, LACES setzen – und das Blatt für den Ordner ausgeben.