Eine Lage, die nur im Kopf des Einsatzleiters existiert, ist genau so lange verfügbar, wie der Einsatzleiter verfügbar ist. Das ist bei einer Übung ärgerlich und im Einsatz ein Problem.
Die Lageskizze gehört zu den Dingen, die in jedem Führungslehrgang vorkommen und danach selten wieder. Der Grund ist banal: Auf dem Klemmbrett im Regen ist Zeichnen unangenehm, und wer schon einmal versucht hat, eine Umfeldkarte freihändig maßstäblich hinzubekommen, lässt es beim nächsten Mal.
Die Kartenskizze nimmt die Kartengrundlage als gegeben – es wird auf die echte Karte gezeichnet, nicht daneben.
Wofür eine Skizze wirklich gebraucht wird
In der Ausbildung
Der häufigste und dankbarste Einsatzzweck. Der Einheitsführer-Anwärter bekommt eine Lage und zeichnet, wie er sie abarbeiten würde: Wo steht das erste Fahrzeug, wo läuft die B-Leitung, wo ist der Verteiler, welcher Hydrant, wo ist die Absperrgrenze. Anschließend wird darüber geredet – und zwar über etwas Sichtbares.
Vor der Übung
Der Übungsleiter zeichnet den erwarteten Aufbau vorher. Nicht, um die Mannschaft daran zu messen – sondern um zu merken, ob die Lage überhaupt aufgeht. Es kommt öfter vor, als man denkt, dass eine schön geschriebene Lage an der Geografie scheitert: Der einzige brauchbare Hydrant liegt 380 Meter entfernt, und dafür reicht das Schlauchmaterial auf den Fahrzeugen nicht.
Nach dem Einsatz
Für die Nachbereitung und die Einsatzberichterstattung. Eine Skizze erklärt in fünf Sekunden, wofür ein Absatz Text nicht reicht.
Was sich zeichnen lässt
- Taktische Zeichen für Fahrzeuge und Einheiten nach der gewohnten Systematik
- Wasserentnahmestellen – Hydranten, offene Gewässer, Löschwasserbehälter
- Schlauchleitungen als Linienzug, so wie sie tatsächlich liegen
- Absperrgrenzen und Gefahrenbereiche
- Einsatzabschnitte als Flächen mit Bezeichnung
Fahrzeuge kommen aus der Lage
Die Fahrzeuge müssen nicht einzeln gesucht und gesetzt werden – sie lassen sich aus einer gespeicherten Übungslage übernehmen. Damit stehen dieselben Fahrzeuge auf der Skizze, die auch im Trainer-Cockpit laufen, mit denselben Namen. Bei Wehren mit mehreren Abteilungen ist das mehr als Bequemlichkeit: Zweimal „LF 20“ auf einer Skizze, ohne Abteilung dahinter, ist eine Fehlerquelle.
Der Maßstab ist der Punkt
Der größte Unterschied zur freihändigen Skizze auf dem Block: Die Entfernungen stimmen. Wer eine Schlauchleitung zeichnet, sieht, wie lang sie ist. Wer einen Absperrbereich zieht, sieht, welche Häuser darin liegen.
Aus dieser Zahl folgt meist die nächste Frage – reicht der Druck über diese Strecke? Dafür gibt es den Wasserförderungs-Rechner, und bei der Frage, ob die Entnahmestellen überhaupt genug hergeben, den Löschwasser-Grundschutz.
Drucken und mitnehmen
Die fertige Skizze lässt sich ausdrucken. Für die Übung heißt das: Der Übungsleiter hat den Soll-Aufbau in der Hand und muss ihn nicht aus dem Gedächtnis abgleichen. Für die Ausbildung heißt es: Die Skizze kommt in die Unterlage und ist beim nächsten Mal wieder da.
Was die Skizze nicht ist
Sie ist kein Führungsmittel für den laufenden Einsatz und ersetzt keine Einsatzleitwagen-Software. Sie ist ein Zeichenwerkzeug für Ausbildung, Vorbereitung und Nachbereitung – bewusst schlicht, damit man sie nach zwei Minuten bedienen kann und nicht nach zwei Lehrgängen.
Taktische Kartenskizze öffnen
Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Die Daten bleiben auf dem eigenen Gerät.