In Deutschland gibt es über 22.000 Freiwillige Feuerwehren. Jede von ihnen plant Übungen. Und praktisch jede plant sie allein.
Der Zimmerbrand im ersten Obergeschoss mit vermisster Person ist keine originelle Lage. Er ist eine gute Lage – deshalb wird er jedes Jahr in tausenden Wehren gebaut. Jedes Mal von vorn, jedes Mal von jemandem, der die Zeit eigentlich nicht hat.
Der Marktplatz ist der Versuch, diese Arbeit einmal zu machen statt tausendmal.
Was eine geteilte Lage mitbringen muss
Der übliche Weg, Übungslagen weiterzugeben, ist die PDF-Datei im Kameradenkreis. Sie funktioniert schlecht, weil sie nur Text enthält. Die empfangende Wehr muss alles neu eingeben – und rät bei jedem Fahrzeugauftrag.
Eine Lage im Marktplatz reist deshalb als vollständiges Paket: Stichwort, Lagebild, Erschwernisse, Lernziele, Injects und die zugehörige Vorlage mit den Fahrzeugaufträgen. Ohne diese Vorlage wüsste der empfangende Browser nicht, welches Fahrzeug welchen Auftrag bekommt.
Import überschreibt nie
Beim Übernehmen einer fremden Lage wird nichts Vorhandenes ersetzt. Kollidierende Vorlagen bekommen eine neue Kennung, die Lage wird darauf umgehängt. Die eigene Bibliothek bleibt unangetastet – man kann eine Lage also gefahrlos ausprobieren.
Umschreiben auf das eigene Gebiet
Eine übernommene Lage passt fast nie sofort. Der Straßenname liegt in einer anderen Gemeinde, die Lage rechnet mit einer Drehleiter, die es nicht gibt. Genau deshalb landet die Lage nicht als fertiges PDF, sondern im Szenario-Generator, wo sich alles ändern lässt: Ort, Objekt, Fahrzeuge, Lernziele.
Der Wert liegt in der Struktur, nicht im Straßennamen. Wer sich die Idee „Kellerbrand mit Verrauchung des Treppenhauses und einer Person im zweiten Obergeschoss“ samt Injects und Lernzielen holt und dann sein eigenes Mehrfamilienhaus einsetzt, hat vielleicht zehn Minuten Arbeit statt einer Stunde.
Was geprüft wird, bevor etwas sichtbar ist
Eingereichte Lagen sind nicht sofort öffentlich. Sie landen zunächst in einer Warteschlange und werden freigegeben, bevor sie in der Liste erscheinen. Das ist kein Qualitätssiegel im Sinne einer fachlichen Abnahme – aber es hält Unsinn und Versehentliches draußen.
Automatisch entfernt wird außerdem der Fuhrpark der einreichenden Wehr. Wer eine Lage teilt, teilt die Lage, nicht seine Fahrzeugaufstellung. Für ERHT-Übungen kommt eine fachliche Mindestprüfung hinzu: ohne Ablauf und ohne Sicherheitshinweis wird nicht angenommen, und eine Übung mit Person als Last muss im Sicherheitshinweis sagen, dass unabhängig gesichert wird.
Fremde Inhalte bleiben fremde Inhalte
Eine übernommene Lage ist ein Vorschlag, keine Freigabe. Die Verantwortung für das, was auf dem Übungsgelände tatsächlich passiert – Sicherheit, Absicherung, Belastung der Kräfte – bleibt beim Übungsleiter vor Ort. Vor allem bei Lagen mit Absturzgefahr, Höhenrettung oder Wasser gilt: erst lesen, dann prüfen, dann üben.
Zwei Sorten Inhalt
Der Marktplatz führt zwei Gattungen: klassische Übungslagen für den Szenario-Generator und ERHT-Übungen für den Übungsplaner der Einheiten für Rettung aus Höhen und Tiefen. Beide teilen sich Freigabe und Verwaltung, sind in der Liste aber getrennt – wer Lagen sucht, bekommt keine Höhenrettungsübungen dazwischen.
Herunterladen ist frei, Veröffentlichen nicht ganz
Ansehen, herunterladen und übernehmen kostet nichts und braucht keine Lizenz. Das ist Absicht: Der Marktplatz nützt nur, wenn möglichst viele Wehren ihn nutzen. Das Veröffentlichen einer eigenen Lage setzt eine Lizenz voraus – auch das mit Grund, denn ein offener Schreibzugang wäre nach kurzer Zeit voller Werbung.
Marktplatz für Übungslagen öffnen
Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Die Daten bleiben auf dem eigenen Gerät.