Der Übungsdienst steht am Freitag an, geplant hat ihn noch niemand. Wer das kennt, kennt auch das Ergebnis: dieselbe Lage wie letztes Jahr, dieselben zwei Fahrzeuge, dieselben Lernziele – wenn überhaupt welche aufgeschrieben wurden.
Das Problem einer Übungsplanung ist selten die Idee. Es ist der Weg von der Idee bis zu etwas, das man einer Mannschaft vorlegen kann. Zwischen „wir machen mal was mit Atemschutz“ und einer Lage, die für zwölf Kräfte auf drei Fahrzeugen fünfundvierzig Minuten trägt, liegt eine Stunde Schreibarbeit. Genau die Stunde, die der Übungsleiter neben Beruf und Familie nicht hat.
Der Szenario-Generator setzt an dieser Stelle an. Er nimmt keine Entscheidung ab – er nimmt das leere Blatt weg.
Was eine Übungslage vollständig macht
Eine Lage, die im Übungsdienst trägt, besteht aus mehr als einem Stichwort. Sie braucht mindestens:
- Stichwort und Meldebild – das, was die Leitstelle durchgibt. Kurz, unvollständig, so wie im Ernstfall.
- Lagebild beim Eintreffen – was der Einheitsführer tatsächlich sieht, wenn er aus dem Fahrzeug steigt. Es weicht bewusst vom Meldebild ab.
- Erschwernisse – die Hydrant liegt trocken, der Zugang ist verstellt, eine Person fehlt. Ohne sie läuft jede Übung glatt und lehrt nichts.
- Lernziele – zwei bis drei, überprüfbar formuliert. Nicht „Zusammenarbeit verbessern“, sondern „Wasserversorgung steht binnen acht Minuten“.
- Fahrzeugaufträge – wer macht was, in welcher Reihenfolge, mit welchem Gerät.
- Injects – vorbereitete Störungen, die der Übungsleiter im Verlauf einspielt.
Das ist die Liste, die in der Praxis nach Punkt zwei abbricht. Der Generator füllt sie in einem Durchgang.
Vorlage, nicht Zufallsgenerator
Der entscheidende Unterschied zu einem simplen Zufallsgenerator liegt in den Vorlagen. Eine Vorlage beschreibt einen Lagentyp – Zimmerbrand im Obergeschoss, Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person, Ölspur, Kellerbrand mit Rauchausbreitung – und bringt dazu die passenden Fahrzeugaufträge mit. Erst aus Vorlage plus Variation entsteht die konkrete Lage.
Das hat einen praktischen Grund: Eine Lage ohne Fahrzeugaufträge ist für die empfangende Wehr wertlos. Sie müsste raten, welches Fahrzeug welchen Auftrag bekommt. Deshalb reist eine Lage in den FW Tools immer mit ihrer Vorlage – auch dann, wenn sie über den Marktplatz in eine andere Wehr wandert.
Einsatzgröße als Filter
Jede Vorlage trägt eine Einsatzgröße von klein bis Großschadenslage. Eine Wehr mit einem Löschfahrzeug bekommt damit nicht dieselben Vorlagen angeboten wie eine Stadtwehr mit acht Abteilungen. Der Filter ist reine Ansichtssache – er blendet aus, was ohnehin nicht passt, und ändert nie, welche Fahrzeuge tatsächlich alarmiert werden.
Der eigene Fuhrpark, nicht der aus dem Lehrbuch
Eine geliehene Übungslage scheitert meistens am Fuhrpark. Sie ist für ein HLF 20, eine DLK und ein LF 10 geschrieben, und die eigene Wehr hat ein LF 16/12 und einen MTW. Der Generator arbeitet deshalb gegen den hinterlegten Fuhrpark – die Fahrzeuge, die tatsächlich im Gerätehaus stehen, mit ihren Abteilungen.
Wehren mit mehreren Abteilungen können jedem Fahrzeug zusätzlich eine Welle geben: Welle 1 rückt auf den Erstalarm aus, Welle 2 rückt nach. Die Auftragsverteilung überspringt Welle 2 – bis der Übungsleiter im Cockpit nachalarmiert. So lässt sich das Nachrücken der Nachbarabteilung üben, ohne dass am Anfang schon fünfundzwanzig Kräfte auf dem Hof stehen.
Von der Lage in die Übung
Eine fertige Lage ist kein PDF, das im Ordner verschwindet. Sie geht in einem Klick weiter:
- ins Trainer-Cockpit, wo sie ausgelöst und mit Injects gesteuert wird;
- direkt als Einsatz an rescueTABLET, wenn die Wehr damit arbeitet – die Kräfte sehen die Lage dann auf dem Tablet im Fahrzeug, so wie einen echten Alarm;
- in die Kartenskizze, um den geplanten Aufbau vorher zu zeichnen.
Übungen kennzeichnen – immer
Jeder erzeugte Einsatz trägt das Stichwort ÜBUNG und den
eingestellten Übungs-Tag. Das ist kein Schmuck: Ein Übungseinsatz ohne
Kennzeichnung sieht auf dem Tablet aus wie eine echte Alarmierung. Vor dem
ersten Auslösen prüfen, dass der Tag gesetzt ist.
Wie lange das dauert
Realistisch: Fuhrpark einmalig anlegen kostet zwanzig Minuten. Danach steht eine vollständige Lage inklusive Lernzielen und drei Injects in unter fünf Minuten – und zwar eine, die zur eigenen Wehr passt und nicht zu der aus dem Lehrgangsskript.
Der Nebeneffekt ist der eigentliche Gewinn: Weil Lernziele im Formular stehen und nicht im Kopf des Übungsleiters, tauchen sie später in der Nachbesprechung wieder auf. Eine Übung, deren Lernziele niemand aufgeschrieben hat, lässt sich nicht auswerten.
Szenario-Generator öffnen
Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Die Daten bleiben auf dem eigenen Gerät.