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Leistungsabzeichen

Dreizehn Blätter je Gruppe: das Leistungsabzeichen ohne Papier abnehmen

21. August 2026· 5 min Lesezeit· Werkzeug: Abnahme des Leistungsabzeichens
Schiedsrichter mit Telefon auf einem Übungsgelände, dahinter eine Gruppe an der Schlauchleitung
Der Schiedsrichter hat die Hände voll. Was er nicht auch noch braucht, ist ein Klemmbrett.

Rechnen Sie einmal nach, was eine Abnahme des Feuerwehr-Leistungsabzeichens an Papier kostet: fünf Wertungsbögen zu je zwei Seiten für den Löscheinsatz, bis zu sechs Modulbögen, ein Blatt für PSA und Fahrzeug, dazu das Summenblatt. Rund dreizehn Blätter — je Gruppe. Bei zwölf Gruppen sind das über 150 Seiten, die einen halben Tag lang über den Platz getragen, ausgefüllt, eingesammelt und abends zusammengerechnet werden.

Das Papier ist dabei nicht das Problem. Das Problem ist, was daran hängt. Wer lieber gleich nachsieht, was dabei herausgekommen ist: Abnahme des Leistungsabzeichens.

Drei Stellen, an denen es klemmt

Erstens die Auslosung. Die Modulkombination wird am Abnahmetag gezogen — der Gruppenführer zieht, Schiedsrichter Nr. 1 lost die Funktionen aus. Erst danach steht fest, wer welches Modul läuft. Die Richtlinie beschreibt den nächsten Schritt nüchtern: „Der Schiedsrichter Nr. 1 teilt den Teilnehmern und Schiedsrichtern ihr jeweils durchzuführendes Modul mit.“ In der Praxis heißt das: zurufen, Blätter suchen, Blätter verteilen. Und zwar bei jeder Gruppe neu.

Zweitens die Zeitnahme. Die Richtlinie legt sie auf Schiedsrichter Nr. 1 und „mindestens einen weiteren Schiedsrichter, in der Regel Nr. 5“. Genau diese beiden bewerten aber auch den Gruppenführer und den Maschinisten. Wer eine Stoppuhr bedient und gleichzeitig auf einen Trupp achten soll, macht eines von beidem schlechter.

Drittens das Einsammeln. Am Ende steht der Schiedsrichterobmann mit einem Stapel und der Frage, ob wirklich alle Bögen da sind. Der vom Wassertrupp der dritten Gruppe fehlt meistens.

Was ein digitaler Wertungsbogen leisten muss

Damit ein Telefon das Blatt ersetzen darf, muss es drei Dinge können — und eines ausdrücklich nicht.

Es muss den Wortlaut tragen

Ein Wertungsbogen ist kein Fragebogen, den man sinngemäß nachbaut. Er muss zu dem Papier passen, das daneben liegt: dieselben Posten, dieselbe Reihenfolge, dieselben Punktwerte. Der mitgelieferte Katalog der Abnahme ist deshalb aus den Original-PDFs der Landesfeuerwehrschule gezogen und nicht abgetippt — 315 vorgedruckte Posten aus Anlage 3 und 123 weitere aus den sechzehn Modulen der Anlage 1, samt der Tippfehler der Quelle. Eine stillschweigend verbesserte Zeile wäre beim Vergleich schlimmer als der Fehler.

Ein geöffneter Wertungsbogen mit Fehlerklassen, Posten und Zählern
Zähler statt Haken: Derselbe Fehler kann mehrfach vorkommen, und „je Mangel“ steht auf dem Papier ausdrücklich dran.

Es muss die Auslosung verteilen

Hier wird aus dem Nachteil ein Vorteil. Der Obmann tippt die gezogene Kombination einmal an — und auf sechs Telefonen steht das richtige Modul, mit dem richtigen Bogen darunter. Kein Zurufen, kein Blätterverteilen. Genau der Satz aus der Richtlinie, nur ohne Papier.

Damit das trägt, wählt jeder Schiedsrichter beim ersten Aufruf einmal seine Rolle: Nr. 1 bis Nr. 5, oder die Überprüfung von PSA und Fahrzeug. Danach zeigt sein Gerät nur noch, was ihn angeht — im Löscheinsatz wie in der Modulprüfung, denn dort weist derselbe Schiedsrichter seinen Trupp ein.

Bogenliste einer Gruppe mit der Zeile „Als Nächstes“ und dem Schalter „Läuft gerade“
Über allem steht, was als Nächstes dran ist — mit Namen, nicht als Aufforderung ins Blaue.

Es muss die Zeitnahme kostenlos machen

Nicht im Sinne von Geld, sondern von Aufmerksamkeit. Auf dem Summenblatt liegt deshalb eine Uhr mit zwei großen Flächen: Start mit der Wiederholung des Befehls, Stopp mit der Meldung des Gruppenführers. Zwei Tipper, ohne hinzusehen. Bewertet wird danach — wie auf Papier, aus dem, was man gesehen hat.

Weil die Richtlinie zwei Zeitnehmer will, läuft die Uhr auf beiden Geräten. Stoppen beide, bleibt der zuerst eingetragene Wert sichtbar, mit einem Knopf, um darauf zurückzugehen. Genau das tun die beiden auf dem Platz auch: vergleichen und sich einigen.

Die laufende Uhr auf dem Summenblatt mit einem großen Stopp-Knopf
Start am Befehl, Stopp an der Meldung. Mehr Bedienung ist während der Übung nicht vorgesehen.

Und was es nicht darf: entscheiden

Das Blatt rechnet. Es zeigt beide Grenzen getrennt — die Summe der fünf Bögen gegen die Fehlerpunktgrenze, die Gesamtpunktzahl gegen die Gesamtgrenze — und nennt jeden Posten, der beigetragen hat. Aber ob eine Leistungsübung mit Erfolg abgeschlossen ist, entscheidet die Schiedsrichterkommission auf dem unterschriebenen Bogen.

Die Richtlinie sagt es selbst: Die Bewertungsbögen sind Beispiele für Bewertungskriterien und decken nicht alle möglichen Fehler ab. Ein Werkzeug, das daraus eine Maschine macht, hätte sie missverstanden. Deshalb gibt es zu jedem Bogen den Weg, eine Feststellung zu ergänzen, die nicht vorgedruckt ist — auf Papier liegt dafür ein leeres zweites Blatt bei.

Getrennt bewertet, nie addiert

Ein Punkt, der beim Nachbauen leicht falsch geht: Löscheinsatz und Modulprüfung werden getrennt beurteilt. Es gibt keine gemeinsame Summe. Das Abzeichen gilt als bestanden, wenn beide Teile für sich ihre Grenzen halten; wird ein Teil nicht bestanden, wird nur dieser nach einem angemessenen Zeitraum wiederholt. Das Summenblatt hat deshalb zwei Ergebnisse und vier Unterschriftslinien.

StufeMax. FehlerpunkteGesamtpunkte
Bronze100370
Silber80480
Gold45445

Die Punktegutschriften — Tragkraftspritze, Leitungsroller, Stativ, Atemschutz — erhöhen die zulässige Gesamtpunktzahl; sie werden nicht abgezogen. Auch das ist eine Stelle, an der eine schnelle Umsetzung gern danebengreift.

Die Tafel: das, was Papier nicht kann

Der eigentliche Gewinn steht nicht auf einem Bogen, sondern über allen: alle Gruppen mal alle Bögen auf einen Blick. Wo ein Strich steht, fehlt noch ein Schiedsrichter. Kein Einsammeln, kein Nachfragen, und am Ende des Tages kein Stapel, der sortiert werden muss.

Die Tafel mit allen Gruppen und ihren Bögen nebeneinander
Die Tafel des Obmanns. Sie beantwortet die Frage, die ihm den Tag über auf den Nägeln brennt.

Zwei Bedingungen, ohne die es nichts wird

Es muss ohne Netz laufen. Eine Abnahme findet auf einem Übungsgelände statt, und dort ist Empfang die Ausnahme. Jeder Tipper wird deshalb zuerst auf dem Gerät gespeichert und danach gesendet; ohne Verbindung läuft alles weiter, im Kopf steht „n wartet“, und sobald wieder Netz da ist, geht alles auf einmal raus. Ein Werkzeug, das genau dort stehenbleibt, wo es gebraucht wird, ist keines.

Und es darf keine Namen verteilen. Damit mehrere Schiedsrichter gleichzeitig arbeiten können, müssen die Punkte über einen Server laufen. Was dort liegt, ist deshalb bewusst organisatorisch: Feuerwehr, Abteilung, Gruppennummer, Funktion, Punkte — also das, was auf dem Wertungsbogen steht. Kein Name, weder von Teilnehmern noch von Schiedsrichtern. Ein Schiedsrichter bewertet den Angriffstrupp, nicht Hans Müller; er braucht den Namen nicht. Die Mannschaftsliste bleibt im Browser des Obmanns; an die Abnahme geht sie nicht.

Eine Ehrlichkeit gehört dazu: Das PDF entsteht auf einem Server, nicht im Browser. Wer den Ausdruck erzeugt, schickt die Namen deshalb einmal mit — anders kommt ein Name nicht auf das Blatt. Der Druckdienst verarbeitet sie im Arbeitsspeicher und legt nichts ab, und ausgelöst wird das nur vom Obmann selbst. Wem das zu viel ist, der lässt die Mannschaftsliste leer: Sie ist freiwillig, der Wertungsbogen entsteht auch ohne sie.

Was am Ende in den Ordner geht

Je Gruppe ein Wertungsbogen als PDF: Kopfdaten, Mannschaft, Löscheinsatz mit allen fünf Bögen, Modulprüfung, beide Ergebnisse, Unterschriftenzeile. Dazu eine Übersicht über alle Gruppen des Tages. Auf jedem Ausdruck steht der Stand der Grundlage, gegen den gerechnet wurde — eine Punktzahl ohne die Ausgabe der Richtlinie ist zwei Jahre später nicht mehr nachvollziehbar.

Gedruckt werden nur Posten, die auch erfasst wurden. Dreihundert leere Zeilen wären der Ausdruck der Vorlage, nicht der Abnahme.

Abnahme des Leistungsabzeichens öffnen

Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Beitreten und Bewerten sind frei; eine Abnahme „nur auf diesem Gerät“ ebenso.

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