Die Musterwehr
Feuerwehr Musterstadt · Löschzug
Alle dreizehn Lagen sind gegen denselben Fuhrpark gerechnet: einen Löschzug, wie ihn eine mittlere Gemeindefeuerwehr stellt. Damit ist vergleichbar, was eine kleine Lage und was eine Großschadenslage aus derselben Mannschaft macht – und wo dieselben sieben Fahrzeuge an ihre Grenze kommen.
Die Funkrufnamen lauten vollständig „Florian Musterstadt 1/44/1“ und folgen den Kennziffern, wie sie in Baden-Württemberg gebräuchlich sind – 11 für den ELW 1, 44 für das HLF, 42 für das LF 10, 24 für das TLF, 33 für die Drehleiter, 19 für den MTW und 74 für den Gerätewagen. Die Kennziffern sind Landesrecht und andernorts anders belegt. Für die Beispiele war ein durchgängiges Schema wichtiger als Allgemeingültigkeit; im Werkzeug trägt jede Wehr ihre eigenen ein.
Auch der Materialbestand ist hinterlegt – mit Lücken
Die Musterwehr hat zwei Nebelmaschinen, Rauchpatronen in weiß, schwarz und gelb, zwei Übungspuppen und acht Darsteller, die sich üblicherweise gewinnen lassen. Was sie nicht hat: einen Brandsimulator, ein Schrottfahrzeug zum Schneiden und rote Rauchpatronen. Genau das steht in den betroffenen Dokumenten als Warnung über der Materialliste – das ist kein Versehen, sondern der Punkt.
Was in jedem Dokument steht
Lage und Aufträge
Lagebild, Rahmenbedingungen, Erschwernisse und Lernziele. Dann je Fahrzeug eine eigene Seite mit Auftrag und eigenem Inject-Fahrplan zum Abhaken.
Übungsvorbereitung
Was aufgebaut sein muss, bevor die Sirene geht: Material mit Menge und Platzierung, Darsteller mit Auftrag, Aufbauschritte und die Sicherheitshinweise dieser Lage.
Regieplan
Ablauf mit Minutenangaben ab dem Aufbau: wann die Nebelmaschine anläuft, wann der Darsteller ans Fenster tritt, wann die nächste Rauchpatrone gezündet wird.
Gefährdungsbeurteilung
Als Vorlage: Gefährdungen und Maßnahmen vorausgefüllt, Spalten zum Abhaken leer, dazu eine eigene Seite für Unterweisung und Freigabe mit Unterschriftszeilen.
Die dreizehn Lagen
Zimmerbrand mit Menschenrettung
Im Objekt Mehrfamilienhaus brennt es im Wohnzimmer. Rauchwarnmelder ausgelöst, Bewohner meldet Feuer in der Küche und flüchtet ins Treppenhaus. Die Rauchausbreitung ins Treppenhaus hat bereits begonnen. Der Zugang erfolgt über Hofseite.
Verkehrsunfall – Person eingeklemmt
An der Einsatzstelle Landstraße ereignete sich ein Verkehrsunfall. PKW gegen Baum, Fahrer eingeklemmt und ansprechbar. Betriebsstoffe treten aus. Die Fahrbahn ist nass.
Kellerbrand mit starker Verrauchung
Im Objekt Altbau mit verwinkeltem Keller brennt es im Kellergeschoss. Rauch im Treppenhaus, Ursprung vermutlich im Keller. Der Kellerzugang liegt nur über das Treppenhaus. Die Wärmeentwicklung ist erheblich, die Kellergänge sind verwinkelt.
Bootsbrand / Hilfeleistung am See
Am Einsatzort Slipanlage brennt ein Boot. Rauchentwicklung aus dem Motorraum eines Bootes am Steg. Der Steg ist schmal und nur zu Fuß erreichbar. Am Liegeplatz befinden sich weitere Boote in unmittelbarer Nähe.
Brandmeldeanlage – Gewerbeobjekt
Im Objekt Produktionsbetrieb hat die Brandmeldeanlage ausgelöst. Automatische Meldung, Objektverantwortlicher vor Ort, Ursache unklar. Das Feuerwehr-Bedienfeld befindet sich neben der Pforte. Es halten sich nur der Nachtdienst im Gebäude auf.
Ausgelaufener Betriebsstoff / Gefahrgut klein
Am Einsatzort Tankstelle ist ein Gefahrstoff ausgetreten. Unbekannte Flüssigkeit tritt aus einem Fass aus, stechender Geruch. Der Stoff bewegt sich Richtung der Werkshalle. Ein Gefahrzettel ist nicht vorhanden.
Tierrettung / Person in Notlage
An der Einsatzstelle Stallgebäude ist eine Rettung aus schwierigem Gelände erforderlich. Rind in Güllegrube gestürzt, Tier lebt. Die Zufahrt ist für Fahrzeuge nicht befahrbar, Hilfsmittel vor Ort sind zusätzlich Gerät des Landwirts.
Wasserförderung über lange Wegstrecke
Am Einsatzort Feldscheune abseits der Straße ist ein Brand ausgebrochen. Ausgedehnter Flächenbrand, keine Löschwasserentnahme in unmittelbarer Nähe. Die Löschwasserversorgung muss über eine Wegstrecke von 1.200 m mit 20 m Höhenunterschied aufgebaut werden. Die Entnahmestelle ist ein Unterflurhydrant am Ortsrand.
Sturmschaden – mehrere Einsatzstellen
Nach einem Sturmtief liegen im Bereich Uferbereich mehrere Schadensmeldungen vor. Baum auf Fahrbahn, Straße nicht passierbar. Insgesamt sind sechs Einsatzstellen gemeldet, die Priorisierung liegt bei der Einsatzleitung.
MANV – Bus- oder Massenunfall
An der Einsatzstelle Kreisverkehr ist es zu einem Ereignis mit einer größeren Zahl Verletzter gekommen. Zusammenstoß Bus/PKW – zahlreiche Personen im Freien, teils gehfähig. Erste Schätzung: 8 bis 12 Personen. Rettungsdienst ist mit dem Rettungshubschrauber und zwei RTW unterwegs.
Großbrand Betrieb – Vollalarm
Im Objekt Recyclingbetrieb ist ein Vollbrand ausgebrochen. Brandmeldeanlage und Notruf gleichzeitig – die Halle ist bereits stark verraucht, Personen im Sozialtrakt. Die Halle misst rund 3500 m², die Brandausbreitung auf das benachbarte Bürogebäude droht. Löschwasser ist über einen Hydranten am Werkstor und einen offenen Löschteich verfügbar. Der Zugang erfolgt über das Werkstor an der Hauptstraße.
Unwetter – Flächenlage im ganzen Gemeindegebiet
Über das gesamte Gemeindegebiet ist ein schweres Unwetter hinweggezogen. Starkregen und Sturm – innerhalb einer halben Stunde laufen über dreißig Notrufe auf. Der Leitstelle liegen derzeit fünfundzwanzig unbearbeitete Einsätze vor, die Priorisierung erfolgt durch die Einsatzleitung der Wehr. Erschwerend kommt hinzu: Zwei Ortsteile sind über die Hauptstraße nicht erreichbar.
Brand im Pflegeheim – Räumung mit vielen Betroffenen
Im Objekt Reha-Klinik ist ein Brand ausgebrochen. Küchenbrand mit starker Rauchausbreitung über den Versorgungsschacht in zwei Etagen. Von den Bewohnern sind die Hälfte auf einen Rollstuhl angewiesen auf Hilfe angewiesen, das anwesende Personal besteht aus zwei Nachtwachen. Die Anleiterbarkeit ist an drei Seiten gegeben, hofseitig aber eingeschränkt.
Lageberichte aus der Waldbrand-Führungskarte
Die dreizehn Lagen oben kommen aus dem Szenario-Generator – sie beschreiben eine Übung, bevor sie läuft. Dieses Dokument ist das Gegenstück: der Bericht, den die Waldbrand-Führungskarte nach dem Einsatz ausgibt. Alles darin ist während des Einsatzes von den Führungsstellen selbst eingetragen worden; der Bericht setzt es nur zusammen.
Waldbrand Rehholz bei Kressbronn
Bodenfeuer im Wald zwischen Schleinsee und Wielandssee, aus 0,4 ha werden 1,4 ha: vier Einsatzabschnitte, Förderstrecke aus dem See, Pendelverkehr als zweite Entnahme, ein Spotfeuer 220 m vor dem Saum und ein Riegel, der hält. Die Lage ist erfunden – Geografie und Flurnamen stammen aus OpenStreetMap, die Fahrzeuge samt Funkrufnamen von den Internetseiten der sechs beteiligten Wehren aus dem Bodenseekreis.
Der Bericht zeigt, was die neue Kartenaufteilung ausmacht: zehn Querseiten – Gesamtansicht, die Themen Sicherheit, Wasser und Kräfte, je ein Blatt für die vier Einsatzabschnitte und zwei eigene Ansichten, deren Zeichen nur dort erscheinen. Danach Kennzahlen, der vollständige Verlauf und die Aufnahmen. Die vier Bilder sind KI-erzeugt und zeigen keinen realen Einsatz. Auch hier trägt jede Zeile nachgereicht, weil die Lage für das Beispiel an einem Stück erfasst wurde. Der Beitrag dazu im Blog erzählt den Ablauf.
PDF laden · 2,8 MBVegetationsbrand Rothenbacher Heide
Waldbrand in einem kampfmittelbelasteten Bestand: rund 500 ha, ein Ortsteil in 180 m Entfernung geräumt, 500–1000 m Mindestabstand für ungeschützte Kräfte, gepanzerte Fahrzeuge, Hubschrauber am Weiher, am zweiten Tag dreht der Wind. Vorbild ist ein realer Einsatz; Gemeinde, Gewässer und Einheiten sind frei erfunden.
Zu sehen sind das Schlussbild mit allen zuletzt gültigen Zeichen, das vollständige Verzeichnis in der Reihenfolge der Meldungen – Abgelöstes und Gestrichenes mit Grund durchgestrichen, nicht entfernt – und die Abschlussbemerkung. Weil die Lage für dieses Beispiel nachträglich erfasst wurde, trägt jede Zeile den Vermerk nachgereicht; im Einsatz steht er nur dort, wo tatsächlich aus einem Funkloch nachgereicht wurde. Die Datei ist größer als die übrigen Beispiele, weil die Karte in Druckauflösung gerechnet ist.
PDF laden · 892 kBBevor jemand damit übt
Beispiele, keine einsatzfertigen Unterlagen
Die Lagen sind zufällig erzeugt und für eine erfundene Wehr gerechnet. Objekt, Fahrzeuge, Wege und Gefahren stimmen bei Ihnen anders. Wer eine dieser Lagen üben will, erzeugt sie im Szenario-Generator gegen den eigenen Fuhrpark neu – das dauert wenige Minuten und liefert Aufträge, die zu den vorhandenen Fahrzeugen passen.
Zur Gefährdungsbeurteilung
Sie ist nach der DGUV Information 215-312 (BGI/GUV-I 812) gegliedert – einer Schrift über Pyrotechnik, Nebel und szenische Effekte. Diese gilt für Veranstaltungen und Produktionen, für Bühne und Studio, nicht für die Feuerwehr. Herangezogen ist sie, weil der Übungsdienst mit denselben Mitteln arbeitet: Nebelgeräte, pyrotechnischer Rauch, Darsteller im Wirkbereich.
Die Übertragung auf den Übungsdienst ist eine Hilfestellung und keine Rechtsgrundlage. Maßgeblich bleiben die Unfallverhütungsvorschrift Feuerwehren, die Feuerwehr-Dienstvorschriften, das Landesrecht und die Vorgaben des zuständigen Unfallversicherungsträgers. Vollständigkeit ist nicht gewährleistet: Gefährdungen, die nur vor Ort erkennbar sind, stehen in keiner Vorlage. Beurteilt und verantwortet wird die Übung von der Übungsleitung – dafür bleiben in den Dokumenten die Spalten und Unterschriftszeilen frei.
Warum die meisten Dokumente ein Wasserzeichen tragen
Sie sind ohne Lizenzschlüssel entstanden – so wie jedes PDF, das eine Wehr ohne Lizenz druckt. Zum Lesen, Weitergeben und Nachvollziehen reicht das; für die Übungsakte nicht.
Eine Ausnahme steht absichtlich daneben: Der Lagebericht Waldbrand Rehholz ist mit Schlüssel erzeugt. So sieht dasselbe Dokument ohne Wasserzeichen aus – und mit Prüfcode im Kopf, über den sich unter lage-pruefen.html nachweisen lässt, dass die Datei echt und seither unverändert ist. Der Vergleich der beiden Lageberichte zeigt den Unterschied deutlicher als jede Beschreibung.
Was der Schlüssel freischaltet und was er kostet, steht auf der Preisseite.