Am Schacht steht keiner mit dem Klemmbrett. Wer sichert, hat beide Hände am Seil, und wer die Übung leitet, schaut auf die Kante und nicht auf die Uhr. Aufgeschrieben wird hinterher – aus dem Gedächtnis, im Gerätehaus, drei Stunden später.
Das ist der Grund, warum Übungsnachweise der seilunterstützten Rettung so oft dünn ausfallen. Nicht, weil niemand sie führen will, sondern weil der Moment, in dem etwas passiert, immer der Moment ist, in dem beide Hände gebraucht werden.
Warum der Nachweis hier mehr ist als Papier
Bei der SRHT hängt am Nachweis mehr als bei anderen Übungen. Der Erhalt der Befähigung ist an geübte Verfahren gebunden – je Person und je Verfahren. Wer im November erklären muss, wie oft ein bestimmter Retter das Anschlagen am Dreibein geübt hat, braucht dafür etwas Belastbareres als eine Anwesenheitsliste.
Und die zweite Frage kommt gleich hinterher: wie gut. Eine Anwesenheitsliste sagt, dass jemand da war. Sie sagt nicht, dass der Kantenschutz erst nach dem Safety-Check saß.
Wer war beteiligt, welches Verfahren wurde geübt, wie lange dauerten die Abschnitte, was ist aufgefallen – und eine Unterschrift, die das bestätigt. Alles andere ist Erinnerung.
Mitschreiben, während es läuft
Die Übungsdokumentation dreht die Reihenfolge um: Sie schreibt mit, während die Übung läuft, und verlangt dafür genau einen Fingerdruck.
Die Uhr läuft ab dem Übungsbeginn. Darunter stehen die Marken, die bei dieser Übungsart ohnehin vorkommen: Lage erkundet, Bereich abgesperrt, AP steht, Safety-Check, Ausstieg 1. Retter, Patient angeschlagen, Patient verlässt den Boden, Rückbau beendet. Ein Druck hält die Zeit fest. Kein Blatt, kein Stift, keine Sekunde verloren – und vor allem keine Aufmerksamkeit, die von der Kante abgezogen wird.
Wo eine Sollzeit hinterlegt ist, steht sie neben der gemessenen. Nicht als Note, sondern als Anhalt: 3:25 gegen Soll 3:20 ist ein anderer Satz als 3:25 ohne Vergleich.
Beobachtungen gehören dazu, nicht darunter
Zeiten allein tragen keine Nachbesprechung. Deshalb lassen sich neben den Marken drei Arten von Beobachtungen setzen – gut gelöst, Hinweis und Mangel – jeweils mit der Zeit, zu der sie aufgefallen sind. In der Nachbesprechung steht dann nicht „das war irgendwann am Anfang unsauber", sondern „bei 4:28, nach dem Safety-Check".
Fotos hängen an derselben Zeitachse. Das Bild vom Dreibein mit zwei getrennten Strängen erklärt in der Nachbesprechung mehr als drei Sätze darüber.
Zwei Beobachter, ein Protokoll
Bei einer Schachtrettung sieht niemand alles. Oben an der Kante passiert etwas anderes als unten am Grund. Deshalb können zwei Geräte dieselbe Übung mitschreiben; jedes trägt einen Namen – etwa „Kante" und „Grund" –, und der steht danach an jedem Eintrag dieses Geräts. Im Bericht ist damit beantwortet, wer was gesehen hat.
Was am Ende herauskommt
Nach dem Übungsende sperrt das Werkzeug die Schnellanmerkungen. Das ist Absicht: Ein Druck aus Gewohnheit soll keine Zeit mehr in ein fertiges Protokoll schreiben. Kommentare, Fotos und Beobachtungen lassen sich weiterhin ergänzen – die gehören zur Auswertung, nicht zur Messung.
Die Auswertung stellt Übungsart, Übungsstelle, Einheit, Dauer und die Abschnitte zusammen: jede Marke mit ihrer Zeit ab Beginn und dem Abstand zur vorherigen. Daraus entsteht ein PDF mit Bestätigungsblatt und Unterschriftsfeld – das Blatt, das den Nachweis trägt.
Schacht, Turm, Baugrube – die Orte der SRHT sind selten die mit gutem Empfang. Das Werkzeug arbeitet vollständig im Browser weiter; die Übung liegt auf dem Gerät. Auf dem Telefon gehört es auf den Home-Bildschirm gelegt: Als installierte Anwendung behandelt iOS den Speicher anders und räumt ihn nicht nach sieben Tagen ohne Besuch ab.
Zwei Bereiche, eine Anwendung
Dieselbe Anwendung tritt in zwei Bereichen auf. Die Übungsdokumentation SRHT ist auf die seilunterstützte Rettung und die Absturzsicherung zugeschnitten. Der Leistungsnachweis bringt dieselbe Mechanik für den allgemeinen Übungsdienst mit – gleiche Bedienung, andere Übungsarten und andere Wortwahl. Übungen bleiben in ihrem Bereich; eine Sicherung nimmt immer alles mit.
Die Übungsdokumentation ist in Gebrauch, aber noch nicht fertig. An den Funktionen wird weiter gearbeitet, und Einzelheiten können sich ändern. Geplant ist, dass das Anlegen einer Übung künftig eine Lizenz verlangt – so wie das Anlegen einer Lage in der Waldbrand-Führungskarte. Heute ist die Anwendung noch in vollem Umfang nutzbar, ohne Schlüssel. Wer sie jetzt einsetzt, verliert dabei nichts: Aufgezeichnete Übungen liegen im eigenen Browser und lassen sich jederzeit als Datei sichern.
Wer das absehen will: Was eine Lizenz umfasst und was sie kostet, steht auf der Preisseite; die Übungsdokumentation gehört zur Ausbilder-Stufe. Zum Erproben gibt es auf Anfrage einen Probeschlüssel für 60 Tage.
Übungsdokumentation öffnen
Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Die Übungen bleiben auf dem eigenen Gerät.