Schaum ist das einzige Löschmittel auf dem Fahrzeug, das ausgehen kann, während man es benutzt. Und das einzige, bei dem regelmäßig niemand sagen kann, wie lange es noch reicht.
Wasser geht nicht aus, solange die Wasserversorgung steht. Schaummittel geht aus – nach einer Zeit, die sich exakt ausrechnen lässt und die im Einsatz regelmäßig überschätzt wird.
Der Schaumrechner beantwortet deshalb nicht nur die Lehrbuchfrage nach der Zumischung, sondern vor allem die praktische: Wie lange trägt das, was auf den Fahrzeugen ist?
Die Rechenkette
Der Weg von der Fläche zum Vorrat ist kurz und wird trotzdem selten zu Ende gegangen:
- Fläche und Anwendungsart ergeben die nötige Wasserbeaufschlagung – Flächenbrand, Abdecken einer auslaufenden Flüssigkeit und Raumflutung sind drei verschiedene Aufgaben mit drei verschiedenen Ansätzen.
- Daraus folgt der Wasserstrom in Litern pro Minute.
- Mit der Zumischrate – üblich sind 1 %, 3 % oder 6 % – ergibt sich daraus der Schaummittelstrom.
- Die Verschäumungszahl sagt, wie viel Fertigschaum daraus entsteht: Schwerschaum bis 20, Mittelschaum von 20 bis 200, Leichtschaum darüber.
- Und schließlich: Vorrat geteilt durch Schaummittelstrom ergibt die Zeit, die man hat.
Wo es in der Praxis schiefgeht
Fast immer bei Punkt 5. Ein Fahrzeug mit 200 Litern Schaummittel und einem Zumischer auf 3 % bei 800 l/min Wasser verbraucht 24 Liter Schaummittel pro Minute. Der Vorrat reicht damit gut acht Minuten. Das ist eine Zahl, die man vor dem Öffnen des Zumischers kennen sollte, nicht danach.
Warum die Anwendungsart alles ändert
Flächenbrand
Der Klassiker – brennende Flüssigkeit auf einer Fläche. Hier zählt die Beaufschlagung pro Quadratmeter über eine angesetzte Löschzeit. Zu wenig Beaufschlagung bedeutet nicht „dauert länger“, sondern „löscht nicht“: Die Schaumdecke wird schneller zerstört, als sie aufgebaut wird.
Abdecken
Eine ausgelaufene, nicht brennende Flüssigkeit soll abgedeckt werden, um die Verdunstung zu unterbinden. Der Bedarf ist geringer als beim Löschen – aber er hört nicht auf, wenn die Decke steht. Sie muss nachgeführt werden, solange die Gefahr besteht. Das kann Stunden bedeuten und ist die Lage, bei der der Vorrat am zuverlässigsten unterschätzt wird.
Raumflutung
Ein Raum – Tiefgarage, Keller, Halle – wird mit Mittel- oder Leichtschaum gefüllt. Hier geht es um Volumen, nicht um Fläche, und die Verschäumungszahl wird zur bestimmenden Größe. Ein Kubikmeter Fertigschaum bei Verschäumungszahl 200 kostet fünf Liter Schaummittellösung – das ist der Grund, warum Raumflutung überhaupt möglich ist.
Der Vorrat ist eine Führungsentscheidung
Sobald die Reichweite bekannt ist, wird aus einer Rechenaufgabe eine Führungsentscheidung:
- Reicht der Vorrat für den geplanten Angriff, oder muss vorher Schaummittel nachgefordert werden?
- Ist ein Angriff mit weniger Rohren, dafür länger durchhaltbar, die bessere Wahl?
- Beginnt der Angriff erst, wenn genug Vorrat vor Ort ist? Ein abgebrochener Schaumangriff hat nichts gebracht und den Vorrat verbraucht.
Einmal für den eigenen Fuhrpark rechnen
Die lohnendste Anwendung ist nicht der Einsatz, sondern der Abend im Gerätehaus: Für die tatsächlich vorhandenen Fahrzeuge, die tatsächlichen Vorräte und die typischen Objekte im Ausrückebereich einmal durchrechnen, wie lange es reicht. Diese Zahlen gehören ins Gedächtnis der Führungskräfte – und in die Objektakte der Tankstelle, der Lackiererei und des Lagers mit den Gefahrstoffen.
Und die Umweltfrage
Schaummittel ist kein harmloses Betriebsmittel. Die Beschränkungen für PFAS- haltige Schaummittel machen den Vorrat auf dem Fahrzeug endgültig zu etwas, das man nicht großzügig einsetzt. Wer vorher rechnet, setzt gezielt ein statt großzügig – das ist der Nebeneffekt, der über den Einsatz hinaus zählt.
Schaummittel- und Zumischrechner öffnen
Läuft im Browser, ohne Anmeldung und ohne Installation. Die Daten bleiben auf dem eigenen Gerät.